Schriftgrösse: A A A

Filialkirche Kleinsöll

Das kleine gotische Kirchlein zum Hl. Johannes dem Täufer zählt zu eine der interessantesten des Landes.

Ursprünglich befand sich an dieser Stelle eine Eigenkirche aus bajuwarischer Zeit, welche urkundlich aber erst 1315 erwähnt wurde.

Aus dem 9. Jahrhundert wurde eine Friedhofsanlage im Umfeld der Kirche gefunden.
Das heutige Gotteshaus wurde in der Zeit zwischen 1470 und 1480 errichtet.
1790 wurde auf den Bau ein Tonnengewölbe aufgesetzt.


Geschichte

Ursprünglich dürfte in Kleinsöll eine romanische Kirche oder Kapelle bestanden haben.
Dabei handelte es sich vermutlich um eine Eigenkirche aus der Zeit der romanischen Landnahme.
Im Rahmen archäologischer Untersuchungen wurde ein Friedhof aus dem 9. oder 10. Jahrhundert freigelegt.
Die erste Urkundliche Erwähnung eines Gotteshauses fällt in das Jahr 1315.
Umfangreiche bauliche Umgestaltungen im späten 15. und im 17. Jahrhundert verliehen der Kirche ihr
heutiges Aussehen.
Die Filialkirche St. Johannes der Täufer wurde 1944 durch Kriegseinwirkungen in Mitleidenschaft gezogen,
1949/50 erfolgte eine umfangreiche Restaurierung.

Äußeres

Der Chor mit polygonalem Abschluss entspricht in der Breite dem kurzen, verhältnismäßig hohem Langhaus.
Der Nordturm, der im Kern Bauteile aus romanischer Zeit aufweisen dürfte, wird von einem Spitzgiebel
bekrönt.
An der Westseite befindet sich der Haupteingang in Form eines gekehlten Marmorportals.

Innenraum

Das einschiffige Langhaus mit Flachtonnengewölbe wird durch einen spitzbogigen Triumphbogen vom
einjochigen Chor abgegrenzt.
Das Netzrippengewölbe des Chores ruht auf Runddiensten, das Relief des Schlusssteines zeigt das Haupt Christi.
Die Gewölbemalereien aus dem 15. Jahrhundert stellen Johannes den Täufer, den Evangelisten Johannes und
die Heiligen Barbara, Margarethe und Maria Magdalena dar.
Musizierende Engel, Evangelistensymbole, Rankenornamente und die Thronende Mondsichelmadonna gehören
ebenfalls zum Bildprogramm des Gewölbes.
Der neugotische Hochaltar aus dem späten 19. Jahrhundert zeigt zentral die Plastik der Taufe Jesu,
flankiert von den Statuen St. Rupert und St. Virgil.
Den weiteren Statuenschmuck der Filialkirche bilden neben einer barocken Madonna des 17. Jahrhunderts
die Skulpturen St. Leonhard, St. Michael und St. Veit.



Die Orgel


Disposition        Tonumfang
  1. Principal 8'        Tiefe Oktave - kurzer Tonumfang
  2. Flöte 4'        [ab c° bis f³] chromatisch
  3. Copel 8'        Pedal [C bis c°], repetierend [bis f°]
  4. Oktavbass 8'       
  5. Superoktave 1'       
  6. Quinte 1 1/3'       
  7. Oktave 2'       

 

Quellen: www.geschichte-tirol.com, www.breitenbach.at, Barbara Moser (Fotos), www.orgelbau-erler.at, "Kirchen und Kapellen in Tirol" ( Journal-Verlag, 1998)