Schriftgrösse: A A A

Die Orgel

Die Orgel der Pfarrkirche zu St. Petrus in Breitenbach am Inn blickt auf eine lange Geschichte zurück,
wurde sie doch mehrere Male in der Vergangenheit umgebaut, restauriert und verbessert.

Im Folgenden sind die Daten der Orgel sowie ihr Werdegang aufgelistet.


Hauptgehäuse
Joseph Balthasar Humpel (Zuschreibung), 1742

Brüstungspositiv-Gehäuse
Andreas Mauracher, Kapfing, 1798

Werk
Christian Erler, Schlitters, 2004


Abb. 1: Spieltisch, renoviert von Christian Erler


I. Hauptwerk · C - g³        II. Rückpositiv · C - g³        Pedal · C - f¹
  1. Principal 8'        1. Principal 4'        1. Choralbass 4'
  2. Cornett 3fach [ab h°] 2 2/3'        2. Scharf 3fach 1'        2. Posaune 8'
  3. Fiffaro [ab a°] 8'        - Quint [ab h°] 1 1/3'        3. Bombarde 16'
  4. Bordun 16'        3. Octav 2'        4. Octavbass 8'
  5. Holzflöte 8'        4. Flöte 4'        5. Subbass 16'
  6. Gamba 8'        5. Coppel 8'        6. Principalbass 16'
  7. Octav 4'        6. Salicional 8'
  8. Rohrflöte 4'        7. Fagott-Oboe 8'
  9. Quint 2 2/3'        - Tremulant -  
10. Superoctav 2'
11. Trompete 8'        Quint:        Koppeln:
12. Mixtur 4fach 1 1/3'        Vorabzug aus Scharf        I-Ped., II-Ped., II-I


Abb. 2: Rückpositiv, erbaut von Andreas Mauracher (Kapfing)

Geschichtliches


1742
Anschaffung der Orgel auf Kosten des Pfarrers Sebastian Mayr.
Das Gehäuse weist eine große Ähnlichkeit mit dem Prospektentwurf von Eugenio Casparini für die Pfarrkirche von (Meran-)Untermais (1694) auf. (siehe Abb. 3)
Auffällig sind die bogenförmige Aufstellung der Prospektpfeifen sowie die seitlich angefügten kleinen Pfeifenfelder.
Der Casparini-Stil bei der Prospektgestaltung wurde auch von Joh. Caspar Humpel und seinem Sohn Joseph Balthasar Humpel gepflegt.
Letzterem ist - auch aufgrund der erhaltenen Pfeifen - die Orgel von Breitenbach zuzuschreiben.
Die Orgel war zunächst einmanualig.

Abb. 3: Prospektentwurf von Eugenio Casparini


1798
Zubau eines Rückpositivs durch Andreas Mauracher (Kapfing). (siehe Abb. 2)
Die Orgel wies fortan 18 Register auf.
Das Rückpositiv bestand ursprünglich lediglich aus den vier mittleren Feldern.

nach 1876 (?)
Neubau durch Georg Hochmuth (Bruck) unter Verwendung der alten Gehäuse (vermutlich damals Hinzufügung der Außenfelder des Rückpositivs) sowie von altem Pfeifenmaterial. Die Orgel wies nun 22 Register auf; der Manualumfang wurde von 45 auf 54 Töne erweitert.

1911-12
Umbau durch Josef Sappl (Kundl). Dabei wurde das Rückpositiv-Gehäuse geleert und das 2. Manual mit Kegellade im Oberbau des Hauptgehäuses untergebracht.
Einige Register (darunter die Prospektpfeifen) wurden erneuert, die Orgel besaß nun 20 Register.
Im Zusammenhang mit diesen Arbeiten wurde die Empore erweitert.

1938
Zubau einer Trompete 8' auf pneumatischer Zusatzlade durch den als Orgelbauer ausgebildeten Organisten Hans Thaler.

1961
Neubau durch die Firma Karl Reinisch's Erben (Steinach) mit 25 Registern auf mechanischen Schleifladen (freistehender Spieltisch mit Blick zur Orgel, Registertraktur elektrisch).
Die Disposition stammte vom Ortspfarrer Josef Gmachl.
Außer den Gehäusen wurden die Hauptwerkslade von Hochmuth, die meisten Sappl-Register sowie einiges ältere Pfeifenmaterial verwendet.

2004
Neubau durch Christian Erler (Schlitters) mit 25 Registern. Die Spielanlage wurde wieder in den Gehäusefuß verlegt. (siehe Abb. 1)
Wie zur Erbauungszeit der Orgel sind die kleinen Seitenfelder des Hauptgehäuses mit Fiffaro 8' (a°-f²) bestückt, im Mittelfeld wurden die zwei kleinsten Pfeifen, die seit dem 19. Jh. fehlten, wieder eingefügt.
Windladen und Traktur sind komplett neu, altes Pfeifenmaterial fand in Octav 4' (HW; Pfeifen von 1742),
Superoctav 2' (HW: Pfeifen des 19. Jahrhunderts) sowie im Pedal (Pfeifen von 1961 in Principalbass 16', Subbass 16' und Bombarde 16' - mit neuen Zungen) Verwendung.
 

Quellen: www.musikland-tirol.at, Dr. Alfred Reichling, Dr. Matthias Reichling